{"id":116,"date":"2021-09-21T22:59:36","date_gmt":"2021-09-21T21:59:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dommusik.at\/?p=116"},"modified":"2021-09-21T23:01:29","modified_gmt":"2021-09-21T22:01:29","slug":"30-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dommusik.at\/?p=116","title":{"rendered":"30 Euro"},"content":{"rendered":"\n<p>Gro\u00df war die Aufregung als Alexander K\u00f6ck von &#8222;Cari Cari&#8220; beim Festakt zur Er\u00f6ffnung der 100-Jahr-Ausstellung auf Burg Schlaining in Anwesenheit von Spitzenpolitik und Prominenz \u00f6ffentlich ein Thema <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pi6ru6MiTkQ\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ansprach<\/a>, das keineswegs neu oder gar unbekannt war: Die oft l\u00e4cherlich geringen Gagen von Musikern.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer es als Musiker nicht in die (kleine) Liga der Spitzenverdiener schafft, muss jedes Engagement annehmen, um \u00fcber die Runden zu kommen. Und wird dadurch mehr oder weniger erpressbar. Irgendwer macht es schon, wenn Du es nicht zu dem Preis machst. \u00c4hnlich wie zu Beginn der ersten industriellen Revolution kann das Lohnniveau dadurch fast beliebig gedr\u00fcckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Mindesl\u00f6he zu streiken, wie es die Arbeiter damals getan haben, kommt wohl nicht in Frage. Zu gro\u00df ist die Bandbreite von Hobbymusikern bis zu Vollprofis, um bei nicht festangestellten Musikern solche festzulegen. Somit bleibt wohl nur, besonders dreiste Ausbeutung \u00f6ffentlich anzuprangern, wie es K\u00f6ck im Burgenland getan hat. Das Echo in den Medien war &#8211; auch international &#8211; tats\u00e4chlich betr\u00e4chtlich. Ob sich langfristig etwas \u00e4nder wird, ist allerdings fraglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie stellt sich eigentlich die Situation der Kirchenmusiker dar? J\u00e4hrlich werden ja einige davon ausgebildet. Nach erfolgter Ausbildung w\u00e4re es grunds\u00e4tzlich sinnvoll, eine Stelle in der Kirchenmusik anzutreten. So es solche gibt und nicht einfach eingespart werden. Wie es in der einen oder anderen Di\u00f6zese so \u00fcblich geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>An einem &#8211; hier nicht n\u00e4her genannten &#8211; Dom wurde bereits vor Jahren die Position des Domorganisten eingespart. Man entledigte sich des &#8222;amtierenden&#8220; Organisten, um den Posten nachzubesetzen mit: Niemandem. So kann man sich der l\u00e4stigen Kostenstelle Musik zumindest teilweise entledigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin wurde dort viel Geld in die Hand genommen, um die marode Orgel zu renovieren, was wichtig und richtig war. Nun ist die Orgel erneuert und k\u00f6nnte in vollem Glanze erklingen. Mit dem Ausklingen der Pandemie etwa auch in Orgelkonzerten. Nur ist nun halt leider niemand mehr am Dom, der diese Orgel in ad\u00e4quater Weise spielen k\u00f6nnte. Ein edles Instrument f\u00fcr den sonnt\u00e4glichen Volksgesang\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt in \u00d6sterreich \u00fcbrigens exakt eine Domkirche ohne Domorganisten. Vermutlich gilt das sogar f\u00fcr den gesamten deutschsprachigen Raum. Das wird wohl so bleiben, bevor dort nicht (dringend notwendige) substanzielle personelle \u00c4nderungen stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob der Musik bzw. den Musikern k\u00fcnftig mehr Wertsch\u00e4tzung zukommen wird, bleibt abzuwarten. Ohne verst\u00e4rkten Druck auf die Verantwortlichen wird es nicht dazu kommen. Deshalb geb\u00fchrt Alexander K\u00f6ck f\u00fcr seinen \u00f6ffentlichen Protest Dank und Anerkennung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00df war die Aufregung als Alexander K\u00f6ck von &#8222;Cari Cari&#8220; beim Festakt zur Er\u00f6ffnung der 100-Jahr-Ausstellung auf Burg Schlaining in Anwesenheit von Spitzenpolitik und Prominenz \u00f6ffentlich ein Thema ansprach, das keineswegs neu oder gar unbekannt war: Die oft l\u00e4cherlich geringen Gagen von Musikern. 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